Wellington

Unsere Zeit auf der Südinsel ging sehr schnell zu Ende, viel zu schnell. Nun müssen wir auf die Nordinsel übersetzen.

Wir fahren mit der Fähre um 9:30 Uhr in Picton los. Die Überfahrt ist ruhig und angenehm, durch den Marlborough Sound hinaus auf die Cook Strait, die Meeresverbindung zwischen der Südinsel und der Nordinsel. Nach 3 h erreichen wir Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Leider ist das Wetter nicht so richtig gut.

Auf der Fähre hatten wir vom Reiseleiter einer österreichischen Gruppe vom Museum Te Papa in Wellington gehört, der Reiseführer spricht von einem avantgardistischem Museum. Bei regnerischem Wetter ist ein Museumsbesuch genau das Richtige.

In Te Papa, einem eintrittsfreies Museum, erfahren wir für uns Neues über Neuseeland.

Neuseeland ist der Rest eines abgesunkenen Kontinents, deshalb diese einzigartige Natur. Es liegt direkt über zwei Kontinentalplatten, deshalb ist Erdbeben für Neuseeländer nichts Ungewöhnliches.

Für mich das Überraschenste ist allerdings, dass es erst vor ca 800 Jahren besiedelt wurde, und die Menschen nicht vom nahegelegenen Australien sondern vom Pazifik her kamen, aus Polynesien. Wir bemerken auch Ähnlichkeiten zwischen den Maoris und den Polynesiern, eine Ähnlichkeit mit den Aboroginies ist nicht zu erkennen.

Auf der gegenüberliegenden Seite vom Museum finden wir ein tolles Graffiti, die Sharks sind vielzählig. Was ein Glück, dass wir im Meer keinen gesehen haben.

Leider haben wir nur diesen und den nächsten Tag Zeit uns Wellington anzusehen, das ist viel zu wenig. Ich empfehle 4 Tage zu bleiben, um die Stadt und deren Charakter aufzusaugen, Zeit zu haben, um „rumzuschnuppern“. Wellington gilt immerhin als die Cafe- und Ausgehstadt Neuseelands. Um wenigstens ein Gefühl für diese Stadt zu bekommen, entscheiden wir uns, auf den Victoria Hill zu gehen, von dort hat man einen schönen Blick auf Wellington,

auf der einen Seite und auf der anderen Seite zum Pazifik hinaus.

Wellington wird auch Windy City genannt, denn die Cook Strait wirkt wie ein riesiger Trichter, der den Wind bündelt und die Luft in Wellington aufpeitscht.

Vom Victoria Hill machen wir eine Wanderung hinunter zur Oriental Bay, dem Strandbereich von Wellington. Dabei müssen wir zuerst einen Mordsgestank überwinden, anscheinend hat man auch da mit viel Gift gegen die Possums gearbeitet und die verendeten Kadaver bleiben dann irgendwo im Gebüsch liegen und stinken vor sich hin.

Ich bewundere die Häuser, zentral in Wellington gelegen, mit einer tollen Aussicht.

Am Oriental Bay geniessen wir die Sonne, schauen dem Treiben zu und sehen einen Schwimmer der durch die Bay schwimmt.

Wir wollen noch ein bisschen Wellington schnuppern gehen, und gehen zur Cuba Street, der Einkaufs-, Erlebensstrasse von Wellington. Dort angekommen sind wir leider sehr enttäuscht. Die Architektur hat den Charme von schnell aufgebauten Häusern mit Riesenmarkisen. Auch hier merke ich, wie wir Deutsche verwöhnt sind, man darf die Einkaufsstrasse der neuseeländischen Hauptstadt nicht mit der einer deutschen oder europäischen Einkaufsstrasse in einer Hauptstadt vergleichen.

Es zieht uns weiter ins Regierungsviertel, das nur 20 Fussminuten entfernt ist.

Dort sehen wir das Regierungsgebäude,

das Parlamentsgebäude

und das grösste Holzhaus der Welt. Neugierig gehen wir hin, um zu sehen, ob es wirklich aus Holz ist, denn so sieht es gar nicht aus. Es ist vollkommen aus Holz gebaut.

Leider geht unsere Zeit in Wellington zu Ende, wir müssen weiter in Richtung Norden. Unser Reiseführer berichtet von Kapiti Islands, einem wunderschönen Vogelparadis, dort kommt man allerdings nur mit einer Fähre hin. Wir kommen um die Mittagszeit an und müssen erfahren, dass es nur morgens und abends jeweils eine Fährverbindung gibt. Schade – so werden wir wohl verzichten müssen. Wir tuckeln mit Miss Lizzy Richtung Norden und klappern die Orte ab, um zum eintönigen Autofahren etwas Abwechslung zu haben. Der nächste Ort ist Otaki, der Reiseführer spricht von einem ruhigem Plätzchen, ich würde sagen das ist masslos übertrieben.

Wir wollen eine Kirche besuchen, die als schönste Maori Kirche Neuseelands gilt, aber die Kirche ist geschlossen, obwohl wir während der Öffnungszeiten vorbeikommen. Die Bewohner haben es wohl nicht so mit dem Tourismus.

Weiter geht es nach Foxton, eine Stadt mit langer Maori Geschichte, es gibt Funde aus der Zeit zwischen 1400 und 1500, später kamen als erste Europäer zu Beginn des 19. Jhds. die Niederländer. Die haben eine Windmühle aufgebaut, deren moderner Nachbau heute das Stadtbild bestimmt und noch voll funktionsfähig ist. Drei Mal die Woche wird die Mühle in Betrieb gesetzt.

Direkt neben der Windmühle gibt es ein schönes Cafe mit vielen Leckereien.  Wir schlendern durch die Strasse, vorbei an Ramschläden. Die Läden haben geöffnet, aber man findet keinen Menschen, der einem was verkaufen will oder kann. Ich denke mir, sind wir in einer Filmkulisse gelandet, oder ist irgendwas passiert, dass alle Leute geflohen sind und wir plötzlich die einzig Überlebenden sind. Gott sei Dank hat man heutzutage ein Handy, ein kurzer Blick auf die News zeigt uns, es ist alles normal, nichts ist passiert. Also sind wir einfach in einem Ort gelandet, wo das Leben so ganz ganz ruhig vor sich hin plätschert. Wir sind so etwas nicht mehr gewohnt, keinen der Bewohner treibt irgendwas an, man sitzt da, trinkt Kaffee und geniesst das Leben.

Wir fahren weiter zu einem Campingplatz, der nicht so ein Massencampingplatz ist, sondern mitten in der Landschaft liegt. Ein  Bewerter auf Trip Advisor beschwerte sich über den Lärm, den  morgens um 5 Uhr der Campingplatz – Gockel machte.

Also diese Idylle wollen wir geniessen, wir fahren hin und landen inmitten von  Lamas.

Ich gehe nah ran um zu sehen, ob die auch spucken – es scheint mich zu mögen und hält den Kopf zum Fotografieren hin.

Am nächsten Morgen kräht um 5 Uhr der Gockel, die Sonne scheint, wir geniessen ein ausgiebiges Frühstück – unser nächstes Ziel wird die vulkanische Kraterlandschaft Neuseelands sein.

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