von Mangaweka nach Rotorua

Unsere nächste Etappe führt uns von Mangaweka nach Rotorua, wir haben uns dafür zwei Tage vorgenommen.

Wir kommen nun in die geologisch interessanteste Gegend von Neuseeland, südlich von Turangi in den Tongario National Park, mit seinen Vulkanen,

nördlich davon zum Lake Taupo (der grösste See des Landes) und dann weiter hin in die Geothermalzone.

Das Gebiet war den Maoris heilig, um es zu schützen, hatten sie es Ende des 19. Jhds der Regierung von Neuseeland geschenkt. Und die Regierung wiederum erklärte das Gebiet zum Nationalpark, der 1991 zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde.

Der Tangoria Nationalpark bietet viele Outdoor Möglichkeiten an – Wandern, Radeln, Skifahren und die berühmte Alpine Crossing. Der Weg geht hoch auf über 2000 m, am Krater und dem Kratersee vorbei und dann auf der anderen Seite wieder runter. Und dies bei nur mangelhaft ausgebauten Wegen. Uns wurde abgeraten die Alpine Crossing zu machen, die Markierung sei sehr schlecht und für die Wanderung ist gutes Wetter notwendig. Nur so kann man die Höhepunkte geniessen, die Gefahr vom Weg abzukommen sei auch geringer. Wir haben leider ganz schlechtes Wetter erwischt, so dass wir nicht in die Versuchung kommen, die Tour anzugehen.

Wir fahren am Fusse des Vulkans Ruapehu nach Whakapapa. Der Ruapeha ist ein aktuell unruhiger Vulkan, die Vorwarnstufe wurde 2011 auf 1 erhöht, (Zeichen erhöhter Aktivität), zuletzt war er 2007 ausgebrochen.

Am Fusse des Ruapehu liegt Whakapapa Village, es ist der Ausgangsort für viele Wandertouren. Wir fahren zum Visitor Center, informieren uns und entscheiden eine Wanderung zu den Taranaki Falls zu machen. Es geht über Heideland,

um uns herum eine unberührte Landschaft.

Wir gehen an einem Fluss entlang und kommen zu den Taranaki Wasserfällen, das Wasser stürzt an der Lava Abbruchkante  20 m in die Tiefe.

Wir geniessen den Anblick und setzen unseren Rundweg fort, wieder zurück nach Whakapapa, um von dort nach Taupo zu fahren.

Guter Stimmung geniessen wir beim Fahren die Landschaft. Plötzlich bekommt Miss Lizzy Atembeschwerden und hat keine Kraft mehr, nur mit Mühe erklimmt sie die wenigen Steigungen. Gott sei Dank ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Ort, nach Turangi, wo wir umgehend eine Tankstelle aufsuchen, die uns zu einer AA – Reparatur ( Automobile Association ) Werkstatt schickt. Miss Lizzy ist mit ihren 340.000 km nicht mehr die jüngste, und so kommen wir zu einem ungeplanten Stopp. Die Reparatur Abwicklung ist absolut problemlos, das lässt darauf schliessen, dass so etwas öfter vorkommt und die Verleihfirmen das sowohl organisatorisch als auch finanziell einplanen, Hauptsache das Wohnmobil ist vermietet und bringt jeden Tag Geld.

Wegen des schlechten Wetters ist dieser ungeplante Aufenthalt nicht gänzlich ungelegen. Wir bleiben für eine Nacht in Turangi, lernen am nächsten Morgen die Stadt kennen, während Miss Lizzy repariert wird. Wir machen einen Spaziergang und landen in einem Cafe mit sehr guten Schnittchen und einem hervorragenden Kaffee. Nach der schnell durchgeführten Reparatur, es wurden die Dieseleinspritzventile einmal durchgeblasen, geht es weiter nach Taupo.

Endlich kommen wir nach Taupo, dort besuchen wir die Craters of the Moon, eine unwirkliche Landschaft.

In den 1950ern wurde in der Nähe ein Thermokraftwerk gebaut, dieser Bau hatte drastische Veränderungen der unterirdischen Hydrodynamik zur Folge, so dass dann die Craters of the Moon entstanden.

Es dampft und brodelt um uns herum, in Vertiefungen sehen wir Schwefellöcher aus denen Schwaden aufsteigen, mich beschleicht ein seltsames Gefühl – so muss er aussehen der Eingang zur Hölle, hoffentlich kommt er nicht irgenwo raus, der Teifel, und holt die bösen Leut. Das Wetter tut sein Übriges zu dieser Stimmung.

Am nächsten Tag kommt es zu einer Steigerung. Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. Dort gibt es den Geysir Lady Knox, der jeden Morgen um 10:15 zum Brodeln gebracht wird. Ursprünglich hatten Gefangene über den heissen Quellen ihre Kleidung getrocknet, sich gewaschen und dabei unwissentlich Seife in die Geysire gegeben – diese fingen dann zum Brodeln an. Heute wird um 10:15 bewusst Seife in den Geysir geschüttet, der dann kurz darauf brodelt und eine 15 m hohe Fontäne in die Luft bläst – was ein Schauspiel. Die Besucher nehmen wie im Freilufttheater Platz, ein Mädel macht eine Einführung

und dann geht´s los.

es zischt und brodelt

und dann Selfies !

Whoow

Nach dieser tollen Vorführung machen wir einen Rundweg über das riesige Gelände, vorbei an gelben (Schwefel) violetten (Mangan) und grünen (Arsen) Seen. Es wirkt irgendwie unnatürlich aber auch sehr beeindruckend.

es stinkt und qualmt nur so vor sich hin

vor lauter Dampf sind auch keine Selfies mehr möglich

nur unerschrockene, ehemalige Chemielehrerinnen gehen in Stellung und schiessen – die Fotos

Blubb, blubb

Mitten drin ein Vogel, der da rumstochert,

aber auch tote Schwalben.

Das Wasser ist 100 Grad heiss, eine Neuseeländerin sagte in dem landes – typischen Humor, das sei ideal zum Kartoffel kochen. Na dann !

Das Wasser hat Ablagerungen hinterlassen

die Seenlandschaft liegt inmitten eines Wäldchens.

Die  Chemielehrerin im Ruhestand ist begeistert von all den Gerüchen in der Luft, ich finde es ja nun nicht so toll. Ich denke mir, wie im Chemiesaal ohne funktionierenden Abzug -aber ich lasse mich mitreißen von der Begeisterung, es ist zu verrückt. Zu grell.

Wir fahren weiter nach Rotorua, und wählen einen Campinplatz, der mit Hot Pools auf dem Platz wirbt. Das möchte ich sehen.

Angekommen machen wir eine Erkundungstour. Aus natürlichen Erdöffnungen steigt Schwefelwasserstoffdampf auf – das ist alles so ganz anders, so unnatürlich für uns, dass wir mit grossen Augen alles ansehen.

Abends gehen wir zum Strand. Der Sand ist richtig warm, man fühlt sich wie am Kachelofen. Zum Hineinkuscheln, und am Horizont ein Wolkenspiel in der Abenddämmerung

Am nächsten Tag machen wir noch einen kleinen Stadtrundgang, Rotorua ist ein Zentrum der Maoris,

und es gibt einen Park mit Kunstwerken.

Weiter geht es, wir kommen nach Tirau, die Stadt der Wellblechkunst. Ein Künstler hatte den Auftrag erhalten einen Wollladen zu gestalten !!! und er wählte Wellblech als Material

es gibt auch Wellblech Lizzy`s

diese Architektur erzielte soviel Aufmerksamkeit, dass Weiteres in Wellblech gestaltet wurde, ein begehbarer Schäferhund

und der gute Hirte vor der Kirche

Leider sind wir in dieser Gegend nur zwei Tage, es hätten 5-7 Tage sein müssen, um all die tollen Sachen zu begehen, anzusehen, zu schnuppern ( im wahrsten Sinne ) und um sich mit anderen Touristen und Neuseeländern auszutauschen.

Weiter geht es in Richtung Auckland, unser nächstes Ziel ist Hobbiton.

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