QUEENSTOWN

Queenstown, die Adventure Capital of the World, so steht es in jedem Reiseführer, was steckt dahinter?

Mir war Queenstown bis jetzt nur soweit bekannt, dass dort grosse Teile  der Herr der Ringe Trilogie gedreht wurden, aber sonst war das für mich eine Stadt wie jede andere. Ich lerne, dass es alles gibt, um maximale Adrenalinausschüttung zu erleben – rückwärts Bungeespringen, dann mit dem Kopf in eiskaltes Wasser eintauchen, und erst nach gewisser Zeit wieder herausgezogen werden. Dafür gibt es den Beruf des Bungee Instructors, der eine kurzpyschologische Ausbildung hat, um die Springer zu betreuen. Das ist wohl notwendig. 

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Ach ja – ganz tolle Skipisten gibt es auch, aber das ist jetzt die falsche Jahreszeit. Queenstown hat Direktflüge in die Grosstädte von Asien, und wie man an der Menge der Leihautos am Flughafen sieht, kommen wohl viele Touristen für kurze Zeit, um den Kick zu erleben.

Zuerst machen wir eine Stadtrundfahrt durch Queenstown mit Miss Lizzy. Ich will auch meinen Kick, und bugsiere das Riesengefährt durch die Strassen, vor lauter Schauen, hole ich manchmal beim Kurvenfahren nicht weit genug aus, und muss zurücksetzen, und dann geht es weiter. Das ist der Adrenalinausstoss für best-ager, wer sagt`s denn.

Wir fahren für heute nachmittag noch nach Glenourchy

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 einem der Hauptdrehorte der Trilogie Herr der Ringe am Lake Wakatipu. Schon befinden wir uns wieder mitten im Film, da oben, da haben sie gewohnt,

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bzw. da waren die Hobbit Häuser, und da hinten, da wohnte der grosse Zauberer Sauron, mystisch.

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Ich bin schon wieder voll im Film und kann mir alles ganz gut vorstellen.

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Und wie ich so im Träumen bin, plötzlich Motorengeheul – was ist denn da los?

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Da kommen die Racing Boote voll mit Asiaten um die Ecke gebraust, die haben einfach keine Ahnung von der Mystik, die diesen Ort umgibt. Und was machen die Racing Boote, fahren genau vor mich, da sie mich fotografieren sehen, winken mir zu

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– und drehen wieder ab. Und was sehe ich noch – Romantik

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Wir fahren nach Queenstown zurück zu unserem Campingplatz, der eine Auszeichnung als einer der besten Campingplätze der Welt hat. Er wurde vor Jahren von Holländern gegründet, aufgebaut und betrieben, und man merkt, die Holländer kennen sich mit Campen aus. Die haben einen tollen Gemeinschaftsraum aufgebaut, wo im Winter die Skifahrer zusammensitzen und feiern können, und diesen Raum haben sie Lady in the bath genannt. Also, ich nichts wie hin, die Lady wollte ich  mir mal anschauen,

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nicht schlecht, die Lady,

dann haben die originelle Blumentöpfe

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 ein paar Sprüche fürs Leben gibt es auch, die ich mitnehmen muss.

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Am nächsten Tag geht es nach Down Town Queenstown, um mal zu sehen was da so los ist, wir wollen die Stadt jetzt zu Fuss begehen.

Viele junge Traveller, als Backpacker, oder mit dem Camper, wie halt sonst überall auch.

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Dann sehen wir voll durchtrainierte Jungs auf der Slag Line, die dort eine Körperbeherrschung bei verschiedenen artischen Figuren zeigen, ich staune, und die Jungs machen eine extra Vorführung für uns

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Ich drücke unententwegt den Auslasser der Nikon, die mit dem Abspeichern der Bilder nicht mehr nachkommt.

Dann sehen wir die Angebote,

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Wildwasser Jetbootfahren,  Rückwärts Bungeespringen, Helicopter Touren, Wildwasserfahrten – Adventure halt. Die Touren kosten ab $ 100 aufwärts, und werden voll angenommen. Wo haben die Travellers nur das ganze Geld her?

Wir finden Souvenir Läden, riesig gross, die neuseeländische Wollprodukte verkaufen, und nur chinesische Verkäufer haben für chinesische Reisegruppen, die dort „beraten“ werden. Und die Sachen sind sündhaft teuer. Kommen die Chinesen aus einem kommunistischen Staat, so wie wir das gelernt haben – oder was ist das?

Ein paar Häuser weiter führen zwei Ladies in unserem Alter ein sehr schönes Geschäft, da werden wir sehr gut beraten und da kaufen wir auch ein.

Um beim Alter zu bleiben, wir stossen auf eine Isetta, wie kam die denn hierher?

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Weiter geht es. In Queenstown soll es den besten Hamburger der Welt geben, beim Fergburger. Die Touristen stehen 30m in Zweier-Reihen an, mit der Speisekarte in der Hand, nur um diesen berühmten Fergburger zu essen. Wir haben keinen gegessen, denn Burgers essen ist nicht unser Ding.

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Die Fergs sind Bäcker, haben in der Mitte eine Bäckerei mit deutschem Vollkornbrot, Croissants und Schokocroissants, rechts daneben machen sie die Burgers, und auf der linken Seite haben die ein Eis, ich sag Euch, so was von gut. Zuerst kann man unter den 60 Eissorten kostenlos probieren, also sich schon mal vollessen, bevor man sich zu einer oder zwei Kugeln entschliest und für diese bezahlt.

Am nächsten Tag machen wir eine Wandertour, auf den Queenstown Hill 500m über der Stadt gelegen, mit einer fantastischen Aussicht. Die Nacht zuvor hatte es bis auf 600m heruntergeschneit, es ist wirklich frisch für die Jahreszeit, die würde bei uns Ende Mai entsprechen, wir ziehen uns warm an, und los geht`s. Zuerst über die unvermeidlichen neuseeländischen Treppen,

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vorbei an Reihen von Appartementhäusern, hier ist in der Ferienzeit der Teufel los,

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dann über normale Bergwege.

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Am Weg finden wir folgendes,

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durch dieses Tor „treten“ wir in die Natur ein

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Immer wieder erfreuen wir uns an der Schönheit der Natur, der göttlichen Schöpfung, wie beruhigend diese auf uns Menschen wirkt, wenn man die Ruhe hat, diese aufzunehmen.

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So dahin wandern, sich an der Aussicht erfreuen und einfach geniessen, das ist doch wunderschön und erfüllt einen selbst mit einer grossen inneren Ruhe.

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Wir sehen Wanderer, die wie wir das auch sichtlich geniessen.

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Und dann als Kontrast dazu der Massentourismus im Tal mt der Adventure Ausprägung. Was macht der Massentourismus mit uns? Ich glaube nicht, dass man noch geniessen kann, wenn man vorher  seinen maximalen Pegel an Adrenalinausschüttung gerade hinter sich hat.

Macht Massentourismus die Natur kaputt, oder brauchen die Einheimischen den Massentourismus, Länder wie Neuseeland, einem Land ohne nennenswerte Produktionskapazität, um mit gutem Auskommen leben zu können. Ich habe keine Antwort darauf.

Als ich so in meinen Gedanken schwelge, kommen drei Hubschrauber angeflogen,

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um ca 15 Touristen auf dem nächsten Berggipfel abzusetzen, die machen ein Selfie und weiter geht die Fahrt. Am nächsten Tag hören wir auf einem Parkplatz, einem Lookout im Gebirge, als junge Touristen kurz halten, wie das junge Mädel sagt – komm lass uns schnell weiterfahren, das haben wir gestern doch schon von oben gesehen.?!?

Sieht so Urlaub was, den man in kurze Zeitspannen pressen muss, um möglichst viel zu erleben? Ich bin etwas ratlos, ist das der Tourismus der Zukunft. Schnell wo hin, Photo machen, weiter und zu Hause erzählen, wie toll es war. Für zu Hause nehme ich mir vor, mit jungen Menschen aus unserem Freundeskreis zu sprechen, die mehrere Monate in Neuseeland waren, um zu verstehen, wie die das empfunden haben, was deren Meinung ist.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, sehe die Touristin mit nackten Beinen und in Shorts,

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die mal schnell den Berg hoch ist, das Selfie machen,

Chinesen in Gruppen, ebenso das typische Selfie machen.

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Ich bevorzuge die herkömmliche Methode

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Wir geniessen die wundervolle Aussicht auf Queenstown und den Lake Wakatipu,

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und erfreuen uns an der Natur, und denken, ein Fläschen Wein wäre jetzt nicht schlecht.

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