ADELAIDE UND UMGEBUNG

Nach 2,5 h Flug sind wir aus Brisbane kommend in Adelaide gelandet. wir wollen in den nächsten Tagen die Südküste bis Melbourne abfahren.

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Hier ist Australien ganz anders als an der Ostküste, vor allem kommt es uns kalt vor (20 Grad im November) . Wir haben ein Hotelzimmer in Glenelg gebucht, dem Küstenort von Adelaide. Es ist Samstagabend, die Aussis sind richtig gut drauf – und fahren mit ihren Motorrädern, manche von ihnen in rosaroten Teddybär Kostümen, die Haupstrasse rauf und runter, direkt vor uns – mit aufheulenden Motoren, was ein Spektakel. Also – spätestens jetzt wissen wir welchen Wochentag wir haben, es ist wieder Saturnight Fever, und die Aussies machen einen drauf.

Sonntagmorgen, beim Früstücken in einem Cafe, sitzen wir unter lauter ehrwürdigen, sprich best- ager, Radlfahrern. Viele haben die neuesten Carbonfahrräder und machen am SO morgen eine Ausfahrt nach Glenelg, trinken einen Kaffee, oder sonstwas, und fahren wieder zurück. So richtig überanstrengt sieht von denen keiner aus – das liegt wahrscheinlich an den Carbonfahrrädern.

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Ja – und Mädels gibt es auch, mein Herz geht auf, als ich die in BMW Trikots sehe, die wissen halt, was gut ist.

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Ein bischen was zur Geschichte – die ersten Siedler für Adelaide sind in Glenelg gelandet, daran erinnern Denkmäler und Gedächtnistafeln. Sieht martialisch aus – ?

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Für uns gibt an es  diesem wunderschönen Sonntag  einen ausgedehnten Strandspaziergang, auf das Meer hinaus sehen, sich im Wellenrauschen verlieren, die Möwen kreischen hören, Familien beobachten, die Sonne geniessen.

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Und Spatzl mit Herz gibt es auch.

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Adelaide und Umgebung wurde von „Lutheranern“ besiedelt, darunter waren viele Deutsche. Ich kenne nicht den Unterschied zwischen Lutheraner und Protestanten, kann deshalb auch wenig dazu sagen. In Adelaide wird quasi überall, also auffallend oft, auf die Lutheraner und die damit verbundene Historie verwiesen. Wir kommen in einen Stadtteil, den ich von der Anlage und dem Häuserstil her schon fast als norddeutsch bezeichnen möchte.

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mit schönen Vorgärten,

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kleinen Strassenparks, gepflegten Häusern aus dem 19. Jhd,

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und eine lutheranische Universität

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Wir fahren weiter in Richtung Barossa Valley, eine bekannte Weingegend in Australien, von vielen Deutschen als Auswanderungsziel gewählt. Ausgedehnte Weinfelder sind rechts und links neben der Strasse, das erinnert uns doch an was – ach du scheenes Rhoihesse.

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Die Weinstöcke sehen anders aus als bei uns, obwohl es auch identische Rebsorten gibt.

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Auf der Suche nach einer Unterkunft, bin ich auf eine Lodge mit dem Namen “ Blick ins Tal “ gestossen. Ich bin von Natur aus neugierig, wir müssen uns das ansehen, die Lodge wird gebucht.

Wir fahren eine Anhöhe hinauf, kommen an, lesen am Eingang ein Namensschild mit dem Namen Schiller, das des Eigentümers ?  Schiller, ein uns lieb vertrauter Namen. Ha – da gibt es doch heute abend bestimmt viel zu erzählen, sich austauschen, etwas von der Gegend erfahren. Die Neugierde steigt.

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Wir klingeln – die Tür geht auf – es begrüssen uns zwei chinesische Mädchen. Ich bin sprachlos, nun ja, wo sollen die alle hin, die 1,2 Milliarden – ab ins „Blick ins Tal“. Die Mädels sind richtig lieb, versuchen uns jeden Wunsch von den Lippen abzulesen – wir bekommen eine Flasche Rotwein zur Ankunft geschenkt. Die anderen Gäste aus Australien, Neuseeland, hatten nichts bekommen.

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Wir setzen uns in den Garten auf eine Bank und geniessen den Blick ins Tal, bei der untergehende Sonne lassen wir uns den Rotwein schmecken. Da kann man es aushalten.

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Das Frühstück, wir hatten B&B gebucht, ist fantastisch, das beste das wir bisher hatten. Es gibt Eier mit Speck, Obst, Orangensaft, Joghurt; die chinesischen Mädchen machen das ganz ganz toll, dafür bekommen sie von mir auf Trip Advisor auch die 10 Punkte (maximale Punktzahl). Die Aussicht beim Frühstücken ist – „Blick ins Tal“.

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Anschliessend fahren wir den Berg noch weiter rauf, neugierig wollen wir die Gegend erkunden, da gibt es doch eine Strasse „Klein Kaiserstuhl“, wir tauchen in eine Sehengefühlswelt ein – einfach schön.

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Und plötzlich steht vor uns ein verängstigstes Kanguruh, dessen Fluchtweg von einem Zaun versperrt wird – die Gelegenheit für den Fotografen.

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Beim Abendessen treffen wir ein australisches Ehepaar in unserem Alter, wir kommen sehr gut ins Gespräch und voller Stolz erzählen uns die Beiden, dass in Kürze ihre Tochter in eine deutschstämmige Familie aus einem Ort in der Nähe names Hahndorf heiraten wird. Wir müssten unbedingt Hahndorf besuchen, dort sei die deutsche Kultur erhalten und der Ort sehr gut restauriert. Überredet – am nächsten Tag fahren wir hin.

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Also ich sage Euch – Rüdesheim + Rothenburg + Neuschwanstein und alles in Oberbayern, das ist Hahndorf und dazu gibt es Graf Arco Bier aus Masskrügen, wahrscheinlich der einzige Ort in Australien, wo es Masskrüge gibt. Der obligatorische Bayer ist gut drauf,

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kein Wunder bei Schweinshaxn, Nürnberger Bratwürstel – und Hofbräuhausmusik. Das ist nicht Deutschland, das ist die touristische Maximierung von Oberbayern, verlegt nach Australien. Nix wie weiter.

Das nächste Ziel ist Victor Harbor auf dem Weg nach Melbourne. Bei Victor Harbor gibt es die Granit Island – eine Insel über einen Steg mit Victor Harbor verbunden. Für Besucher gibt es eine gemütliche Art dahin zu kommen – oder man geht halt zu Fuss.

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Hier leben Zwergpinguine, die leider nur in der Dämmerung und nachts zum Vorschein kommen.Tagsüber sehen wir Komorane

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Granit Island besteht bis zu 10 km in die Erdhülle hinein nur aus Granit – unvorstellbar.

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Über die Jahrtausende haben sich tolle Strukturen im Granit herausgebildet

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Unser Weg führt uns weiter nach Melbourne, die nächsten Stationen sind Robe und die Grampians.

 

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